«Führendes "Boutique-Kongresszentrum" der Schweiz»

Seit 100 Tagen ist Jonas Scharf CEO der Kursaal Bern AG. Der richtige Moment, eine erste Bilanz zu ziehen sowie nach ersten Eindrücken, aktuellen Herausforderungen und Schwerpunkten für die Zukunft zu fragen.

Wie hast du die ersten 100 Tage im Kursaal Bern erlebt?

Äusserst angenehm, ein wertschätzendes und motiviertes Team, hoher Professionalismus und vor allem die vielen jungen Leute in Aus- und Weiterbildungen. Es war ein ganz toller Start.

Welche Bilanz ziehst du nach 100 Tagen?

Der Kursaal Bern ist ein komplexes Geflecht aus verschiedensten Angeboten, dabei hat jeder "seinen" Kursaal Bern. Dass wir hier eines der grössten Kongressangebote der Schweiz in einer sehr hohen Qualität bereitstellen, ist vielen noch nicht bekannt. Wir können auf eine sehr grosse Stammkundschaft zählen und haben sehr viel in die Hotelinfrastruktur und die Restaurants investiert. Mit seiner Aufenthaltsqualität, der Einbindung in die Stadt, zwei UNESCO-Welterbestätten vor der Tür, die in den Tagungsräumen allgegenwärtig sind, ist für den Kursaal Bern und die Destination Bern noch mehr möglich. Das möchte ich ausloten.

Gab es etwas, was dich positiv überrascht hat?

Die gelebten Prozessabläufe nach ISO 9001 hätte ich so nicht erwartet. Auch ein funktionierendes Nachhaltigkeitsteam, in dem der Chef neben den Lernenden an der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft für den Betrieb arbeiten, war ein echtes Novum für mich.

Welche konkreten Massnahmen hast du schon getroffen?

Wir hinterfragen unsere Aussenwirkung sehr stark. Der Kursaal Bern soll in Zukunft noch deutlicher als leistungsstarkes Kongresszentrum auftreten. Entsprechend arbeiten wir an einem verbesserten B2B-Auftritt und -Angebot. Daneben soll er sich als Kulturanbieter und Betreiber von Restauration regional etablieren.

Gibt es mit dir eine neue Strategie?

Ein Haus mit einer Heritage seit 1859 kann man nicht von heute auf morgen komplett neu ausrichten. Mein Ziel ist es, ein grosses Haus mit einem Top-Leistungsangebot im Sinne der bereits vorgespurten Schwerpunkte zu etablieren. Mit dem Kongress, dem Hotel und dem Casino haben wir drei Standbeine, die es weiter zu stärken gilt. Bauliche Massnahmen werden sowohl den Komfort als auch die Energiebilanz im Haus erheblich verbessern. Hier setzen wir mehrere Millionen ein. Der Kursaal Bern soll grosse Events mit eigenem Stil und typischen Erlebnissen ermöglichen und das führende "Boutique-Kongresszentrum" der Schweiz sein.

Was sind die grössten «Baustellen», die du im Moment siehst?

Die Baustellen im 6 Stock (lachend). Wir haben im Haus einen ständigen Renovations- und Erneuerungsbedarf, hierfür wurde schon viel vorgespurt und es sind Planungen über 2030 hinaus vorgesehen. Generell ist das Aufrechterhalten der Infrastruktur eine ständige Herausforderung. Dazu haben wir einen 365-Tage-Betrieb mit immer wechselnden Bedürfnissen: Es gibt viel Detailarbeit zu tun, auch beim Ersinnen von zukünftigen, grösseren Würfen. Man muss hier das im Tagesgeschäft stark eingebundene Team mitnehmen.

Welche Schwerpunkte möchtest du setzen?

Ich wiederhole mich: Der Kursaal Bern ist ein grosses Schweizer Kongresszentrum mit einem Vollangebot aller Dienstleistungen. Das Haus muss spitze sein, um zu bestehen. Die Schwerpunkte liegen im Erhalt und der Weiterentwicklung des Angebotes und der Promotion. Der Bekanntheitsgrad muss gesteigert werden.

Was findest du besonders am Kursaal Bern?

Dass er eine Berner und auch Schweizer Institution ist.

Was hast du gelernt über die Destination Bern?

Ein Kleinod mit sehr grossem Understatement.

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